Kontakt Arbeiten in der Altenhilfe

„Das ist eine Arbeit mit Herz“

Berenice de Eichelbaum im Foyer des Gustav-Werner-Stifts in Friedrichshafen

Die gebürtige Venezolanerin hatte das erste Mal Kontakt mit der Altenpflege, als sie nach Deutschland kam. „In meiner Heimat gibt es keine Altersheime oder spezielle Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Wenn jemand eine spezielle Versorgung, Pflege oder Betreuung braucht, muss die Person zu Hause bleiben und die Familie kümmert sich um sie. Und als ich nach Deutschland gekommen bin, habe ich gedacht: Was ist ein Altersheim? Und da war mein Interesse geweckt“, erzählt Berenice de Eichelbaum.

Das Interesse an der Pflege und Betreuung von älteren Menschen und Menschen mit Behinderung hat Berenice zu einem Praktikum: „Ich habe ein Praktikum im Gustav-Werner-Stift in Friedrichshafen gemacht. Und dieses Praktikum war für mich wunderschön, weil ich die Arbeit mit Menschen liebe. Das war der Grund, dass ich die Ausbildung zur Altenpflegerin gelernt habe.“ In ihrer Heimat in Venezuela hat sie als Lehrerin und mit Kindern aus schwierigen Verhältnissen gearbeitet. Den Wechsel in die Altenhilfe bereut Berenice nicht. „Als ich meine neue Ausbildung angefangen habe, habe ich gesagt, ich will nicht mehr zurück in die Schule. Weil das hier die richtige Ausbildung für mich ist. Ich bin zufrieden in meinem neuen Beruf. Das ist eine neue Erfahrung und für mich ist das wunderbar“, betont sie.

„Du bist ein Engel“ – Diese Worte sind eine Belohnung

Ihre Ausbildung hat Berenice de Eichelbaum inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Sie arbeitet nun seit zwei Jahren als Pflegefachkraft. Was ihr an ihrer Arbeit am meisten gefällt: „Meine Lieblingsaufgaben sind, wenn ich mit Beruhigung arbeite. Manchmal ist ein Bewohner ein bisschen aggressiv oder hat ein bisschen Angst. Und wenn ich dann mit diesem Menschen arbeite, dann beruhige ich ihn mit Massage oder nur indem ich ihm zuhöre. Wenn eine Person Schmerzen hat und die Medikamente nicht wirken, dann suche ich eine Alternative. Dem Bewohner geht es danach besser und sagt oft: Sie sind ein Engel. Das ist die große Belohnung für mich. Nicht das Geld – klar, jeder Mensch arbeitet, um Geld zu verdienen. Aber die Belohnung für mich sind diese Worte.“

Die Aufgaben als Pflegefachkraft sind abwechslungsreich. „Ich fange damit an, die komplette Medikamentenversorgung zu machen. Dann übernehmen wir die ganze Körperpflege und die Hautinspektion. Danach schauen wir, was wir heute machen müssen, ob ein Arzt kontaktiert werden muss oder wir neue Medikamente bestellen und bei der Apotheke abholen müssen. Manchmal braucht ein Bewohner ein neues Hilfsmittel, wie einen Rollator, oder eine Reparatur. Und wir kontaktieren auch die Angehörigen. Aber jeder Tag ist anders und es gibt immer neue Sachen“, sagt Berenice de Eichelbaum.

 „Jeder Tag ist anders und es gibt immer neue Sachen“

Bei allen Aufgaben wird sie von ihrem Team unterstützt. „Meine Arbeit kann ich nicht alleine machen. Ich brauche Helfer und die Helfer brauchen eine Fachkraft. Und diese Einrichtung braucht das Personal, die Putzfrauen, die Technik, alles Mögliche. Wenn in diesem Team jemand fehlt, dann ist die Arbeit nicht komplett“, macht Berenice de Eichelbaum deutlich. „Die Atmosphäre hier ist gut und es existiert eine gute Kommunikation untereinander. Wir haben hier so viele junge Menschen, die neue Energie mitbringen“, fügt sie hinzu. „Ich sag den Leuten immer, diese Ausbildung ist eine Ausbildung, bei der du mit Herz arbeiten musst. Weil du so viel Geduld mit anderen Menschen haben musst. Aber das ist eine wunderschöne Ausbildung. Die Leute hier arbeiten, weil sie gerne mit den alten Menschen arbeiten. Das ist eine Arbeit mit Herz.“

Für Berenice de Eichelbaum ist es wichtig, sich weiterzubilden. „Ich habe vor einem Jahr einen Master in Neuropsychologie gemacht, weil ich Interesse daran habe, was in diesen älteren Menschen passiert“, erklärt sie. Derzeit plant sie eine Weiterbildung im Bereich Schmerzmanagement: „Wir haben hier so viele Menschen mit chronischen Schmerzen. Und ich versuche immer diese Schmerzen auch ohne Medikamente zu verbessern. Und jetzt möchte ich diese Weiterbildung im Schmerzmanagement machen und suche einen Platz.“