Heilerziehungspflege

„Mein Ziel ist es, Menschen das gute Gefühl zu geben, ein Teil der Gesellschaft zu sein".

Corinna Dmytrenko während ihrer Arbeit als Gruppenleiterin der Kantine.

„Ziel des Lebens ist es nicht ein erfolgreicher Mensch zu sein, sondern ein wertvoller.“ Dieses Zitat von Albert Einstein leitet Corinna Dmytrenko bei ihrer Arbeit. Die 34-Jährige ist Gruppenleiterin in der Kantine einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. „Eigentlich gab es nie eine Alternative zur BruderhausDiakonie. Der Weg war schon immer geebnet“, erzählt sie. Schon in ihrer Jugend arbeitete sie in den Ferien in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung und auch ihr Vater arbeitete bei der BruderhausDiakonie. „Ich war schon damals mittendrin und das hat mir einfach immer Spaß gemacht“, berichtet sie begeistert.

Klientinnen und Klienten intensiv begleiten und unterstützen

Nach der Schule machte Corinna Dmytrenko zunächst eine Ausbildung zur Diätassistentin. Schon während der Ausbildung bemerkte sie, dass es ihr liegt, Menschen zu unterstützen und dass sie ihre Klientinnen und Klienten gerne mehr und intensiver begleiten möchte. Um sich diesen Wunsch zu erfüllen, begann sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Wohngruppe der BruderhausDiakonie. In dieser Zeit merkte Corinna Dmytrenko: „Das ist genau das, was ich machen möchte.“ Darum entschied sie sich für eine weitere Ausbildung und wurde Heilerziehungspflegerin.

Wertschätzung und Unterstützung während der Ausbildung

„Für mich war die Ausbildungszeit die schönste Zeit in meinem Leben. Ich durfte da so viel miterleben und selber machen und wurde immer wertgeschätzt. Das war wirklich eine tolle Zeit“, berichtet Corinna Dymtrenko. In der Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin lernte sie verschiedene pflegerische Bereiche kennen. Inklusive Vorpraktikum absolvierte sie zwei Jahre in der stationären Pflege und nochmals zwei in einer Einrichtung für ambulant betreutes Wohnen, einem „Unterstützungszentrum“. Corinna Dmytrenko schätzte es sehr, dass die Ausbildung so vielfältig und gut aufgebaut war und dass sie einen persönlichen Ansprechpartner hatte, der sie in dieser Zeit immer gut begleitete.

Auch wenn ihr nach der Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin die Arbeit mit Menschen aus allen Altersklassen offenstand, entschied Corinna Dmytrenko sich für die Arbeit mit Erwachsenen. Die Werkstatt, deren Kantine sie betreut, beschäftigt Menschen im Alter von 20 bis über 60 Jahren. Ihr Team besteht aus elf Betreuerinnen und Betreuer die in den verschiedenen Arbeitsbereichen meist zu zweit die Gruppenleitung übernehmen. In der Kantine ist Corinna Dmytrenko die alleinige Gruppenleitung. Die Aufgaben teilt sie sich mit einer Mitarbeiterin der Hauswirtschaft: Corinna Dmytrenko übernimmt vor allem die Fürsorge für die Beschäftigten, die Kollegin kümmert sich um das Organisatorische.

„Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man Menschen unterstützt und begleitet und sich gegenseitig hilft.“

Ein ganz normaler Tag beginnt für Corinna Dmytrenko mit der Begrüßung ihrer Gruppe. Sie schaut, wie die Stimmung ist, ob es irgendwo Streitigkeiten gibt und ob alle ihren Arbeitsaufgaben gewachsen sind oder Unterstützung benötigen. „Meistens kommen dann schon die Ersten mit ihren Sorgen und Nöten zu mir. Für mich ist das Wichtigste, dass ich mir für die Klientinnen und Klienten Zeit nehme, ihnen zuhöre und versuche ihnen einen guten Start in die Arbeit zu bieten“, sagt sie. Anschließend beantwortet sie ihre E-Mails und überprüft die Arbeitsabläufe. Aufgaben die in der Kantine anfallen sind beispielsweise das Richten des Frühstücks, das Bestücken der Theke zum Verkauf, der Spülbetrieb und die Mittagsessensausgabe. Am Mittag versorgt die Kantine 60 bis 70 Klientinnen und Klienten. Bedingt durch die Corona-Pandemie gab es auch in der Kantine einige Veränderungen. „Das war für die Beschäftigten nicht immer ganz leicht, denn sie mussten in neue Abläufe eingewiesen werden und aufpassen, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden“, hebt Corinna Dmytrenko hervor.

„Es macht mir einfach Freude Menschen in ihrem Alltag zu helfen.“

Einmal in der Woche trifft sie sich mit den anderen Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter zu einer Teambesprechung. Für Corinna Dmytrenko bedeutet Teamarbeit, dass man gemeinsam nach Lösungswegen sucht, dass man konstruktive Kritik abgibt und dass man einen Mehrwert voneinander hat: „Das Team macht einen großen Teil der Arbeit aus – im Team kann man sich die Arbeit gegenseitig schönmachen.“ Auch in ihrer kleinen Gruppe setzt sie auf Teamarbeit. Die Aufgaben werden gemeinsam verteilt und anschließend auf einer Magnettafel ausgestellt, so dass jeder weiß, wer für was verantwortlich ist.

Corinna Dmytrenko würde ihre Arbeit nicht eintauschen wollen. „Man geht mit dem guten Gefühl nach Hause für die Gesellschaft etwas Wichtiges getan zu haben. Die Menschen einen Teil der Gemeinschaft werden zu lassen, zu integrieren, im besten Fall zu inkludieren – das ist unsere Aufgabe“, betont sie. Ihre Zukunftsvision ist es, ihre beiden Ausbildungen miteinander zu verknüpfen. Sie kann es sich gut vorstellen, die Diätassistenz mit der Heilerziehungspflege zu kombinieren und wieder mehr in Richtung Ernährungsberatung für die BruderhausDiakonie zu gehen. Ihr größtes Ziel allerdings ist ein anderes: „Ich möchte den Menschen das gute Gefühl geben, wertvoll und ein Teil unserer Gesellschaft zu sein.“